Uebermorgen.TV [Dummy 02]

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Der zweite Pilot von Uebermorgen.TV beschäftigt sich mit der Zukunft der Privatsphäre. Wie werden sich Netz-Technologien auf den gesellschaftlichen Konsens des Privaten auswirken? Was passiert, wenn Digitaltechnik uns überall identifizierbar macht? Ist das Konzept eines geschlossenen Privatbereichs, das viel mit Geheimhaltung oder sogar Lügen zu tun hat, vielleicht sogar ein Relikt aus vergangenen Tagen? Brauchen wir es überhaupt noch?


Storytechnisch haben wir dieses Mal die Idee einer dystopischen und einer entgegengesetzten utopischen Zukunftsvariante beiseite gelegt und erzählen stattdessen nur eine einzige Zukunftsvision - die allerdings ihrerseits dystopische und utopische Aspekte enthält. Dadurch können wir mehr ins Detail gehen und die Geschichte sehr viel genauer zeichnen. Ein neuer Animations-Stil ist seit dem ersten Dummy auch dazu gekommen, nennen wir ihn Superhelden-Motion-Comic-Style. Wie gefällt Ihnen der zweite Anlauf? Kommentare zu Inhalt und Form bitte in die, äh, Kommentare.


Artikel zum Thema: Postprivacy: Verlust der Privatsphäre als Chance? von Michael Seemann


Credits: Buch und Regie: Mario Sixtus; Animation: Alexander Lehmann, Irene Mehl, Matthias Paeper; Animation und Schnitt: Fritz Gnad; Sprecher: Petra Bröcker, Torsten Altenhöner; Kamera: Markus Hündgen; Mitwirkende: Markus Denhoff, Sascha Lobo, Peter Kruse; Titelmusik: Real Rice; Musik: Tunguska Electronic Music Society, Tradmark, Xcyril, The Phase, Sikos, Tryad, The Bedtime Vice of Wallpapertown; Redaktion ZDF: Bernhard Fritsch, Realisierung: Blinkenlichten Produktionen im Auftrag des ZDF. (c) 2010 ZDF, Creative Commons BY-NC-SA

29.11.2010 | Kommentare [33] | Versenden | Bookmark:      

Kommentare:

Super Beitrag. Werde ich auch in Zukunft als Argumentationshilfe benutzen, wenn ich mal wieder gefragt werde, warum Piraten überhaupt tun, was sie tun.
Leider fehlt mir in dieser Folge (im Vergleich zur ersten) die Gegenthese. Deren filmische Umsertzung hätte ich auch gern gesehen. Eventuell in der Nächsten.
Stay smooth.

Kommentar von UrbanPirate, geschrieben am 29.11.2010.

Ausgezeichnet gemacht ist der Beitrag und, abgesehen von der Nutzung im privaten Bereich ist ähnliche Software bereits heute schon im Einsatz. Google und facebook brauchen nichts zu kaufen. Auch 'places' wird schon viele Jahre intern genutzt, bevor man es der Öffentlichkeit zum Spielen vorstellte.
Nicht die freiwillige Aufgabe unserer Privatheit mündet gesellschaftspolitisch in der gezeigten Konsequenz des "Gefängnisses", sondern verantwortlich ist der von unseren naiven Politikern initiierte Überwachungswahn, beispielsweise die einseitige Weitergabe unserer Reise- und Bankdaten, die eine wesentlich detailliertere Analyse gestattet. Diese abschließende Aussage würde den schönen Beitrag sehr schmücken.

Kommentar von Wolf, geschrieben am 29.11.2010.

Der Mix aus Comic und Expertenmeinungen gefällt mir sehr gut! Der Gedanke "Führt ständige Beobachtung zur Anpassung?" könnte noch mehr ausgearbeitet werden.

Kommentar von Sean Kollak, geschrieben am 29.11.2010.

Spannendes Thema - wie fast schon gewohnt hervorragend umgesetzt. Auch ich vermisse allerdings den Gegenentwurf ... wahrscheinlich weil mir die inszenierte Zukunftsthese zu duster ausschaut.
Dickes Danke & Lob aus FFM.

Kommentar von Klaus Schwope, geschrieben am 29.11.2010.

Zum Thema Privatsphäre und Überwachung empfehle ich das einlesen in die Europäische Rechtsgeschichte (Aufgrund meines Studiums mit Fokus auf die österreichische...) ab 1800 bis heute. Um all diese Persönlichkeitsrechte wie Privatsphäre, Schutz der persönlichen Freiheit, Schutz des Hausrechtes etc. zu erlangen war viel Anstrengung vonnöten. Heute haben wir in Deutschland und Österreich und eigentlich in der gesamten EU äußerst stabile Verhältnisse und einen guten Grundrechtsschutz. Das erst ermöglicht einen so sorglosen Umgang mit der Privatsphäre wie wir in jetzt erleben. Aber nicht immer waren und sind die staatlichen Verhältnisse so stabil und auf das wohl der Bürger bedacht. Die Zeiten ändern sich sehr wohl, ein Blick in die Geschichte lohnt!

Über den psychologischen Effekt sich vor nichts mehr verstecken zu können und nirgends mehr Schutz vor der Öffentlichkeit zu finden, kann ich nur als Laie sagen, dass ich so eine Vorstellung grauenhaft fände.

Kommentar von Alex M., geschrieben am 29.11.2010.

Möchte das Lob der Vorredner wiederholen und zwei Ergänzungen anfügen.

Zum Einen empfehle ich eine aktuelle Sendung von ARTE, nachzuschauen unter ARTE+7
http://videos.arte.tv/de/videos/philosophie-3551390.html
Hier tritt im Besonderen der scheinbar paradoxe Aspekt hervor, das zu viel Freiheit und Öffentlichkeit zu Gegensätzlichem führt.

Und deswegen möchte ich noch auf ein Zweites aufmerksam machen: Die freie Wahl.
In solchen Berichten wird stets davon ausgegangen, dass das Privatleben Aller dann ausnahmslos im Netz nachzuschauen sei.
Das man die Wahl hat sich auch dem völlig zu entziehen und trotzdem ein schönes Leben zu haben, kommt mir dabei zu kurz.

Dennoch finde ich es interessant darüber zu philosophieren. Ich könnte mir vorstellen, das neben gewissen Massenphänomenen im Netz in Zukunft bestimmte Personen und Bewegungen aufgrund ihrer Experimente (ihr privates total ins Netz zu stellen zB) ein Netzkunst/Philosophie hervorbringt, die vielleicht wie die guten alten Philosophen auf ähnliche oder weiter entwickelte Theorien kommen.

Das finde ich außerordentlich spannend.

Danke für den Beitrag und noch viel Spaß!

Kommentar von Droid Boy, geschrieben am 29.11.2010.

Heyhey,

echt klasse Folge! Dieses Format ist grandios, die Themen und Möglichkeiten, die es aufwirft, sind spannend und zugleich wichtig, unterhaltsam und zugleich tiefgründig. Auf die Diskussionen auf uebermorgen.zdf.de würde ich mich sehr freuen!

Zum Inhalt. Die Text-Autor-Erkennung mit 89% erscheint mir nicht ganz realistisch, gibt es dazu Studien / Prototypen? (Andererseits kommt es ja natürlich nicht so sehr auf die Details an, sondern auf das Gedankenexperiment als solches.)

@Droid Boy: du sagst, dass dir der Aspekt der freien Wahl zu kurz kommt. Ja, der Gedanke kam mir auch, allerdings nicht als Kritik ("kommt zu kurz"), sondern so als weiterführende Diskussion. Einerseits dürfte der Mainstream zwar, wie in der Sendung beschrieben, sein komplettes Leben offenlegen wollen, andererseits entstehen garantiert entsprechende Gegenbewegungen ("Alternative" sozusagen).


Ansonsten allgemein zum Sendekonzept: ich habe ein wenig Angst, dass euch schnell die Ideen und Themen ausgehen. Hier könnte es sich als hilfreich herausstellen, dass das Konzept eines "UebermorgenTV" auch fachbereichsübergreifend einsetzbar ist, sprich: nicht nur für Informationstechnik.

Sodann, nochmal: klasse Sendung, weiter so -- pro uebermorgen 03!


Gruß,
Felix

Kommentar von Felix, geschrieben am 29.11.2010.

Was mir hauptsächlich auffiel, ist eine Art "Soundgefälle" zwischen den beiden Sprechern. Die Stimme von Petra Bröcker geht akustisch ein wenig unter, besonders auf (bei Computern üblichen) kleinen Consumer-Lautsprechern. Das müsste man mit einer Klangkorrektur/Kompression leicht ändern können.
Ein wenig stören auch die leichten Aussprachemängel bei Petra Bröcker (z.B. "Softwea" bei ca.0 '55). Ist sie nun Sprecherin oder Redakteurin?

Nach wie vor nervt mich die musikalische Verpackung. Oder ist dieser Billig-MIDI-Keyboard-Sound jetzt hip?

Thematik nehme ich als Dummy. Ist aber toll, wie sie zwischen Schreckensszenario und Lobo hin und her meandert.

Es gibt viel zu tun, packt's an.

Rest ist ziemlich toll.

Bests aus Berlin, Michael

Kommentar von Michael Hoeldke, geschrieben am 29.11.2010.

Eine sehr spannende Reise in die Zukunft!

Allerdings wäre auch ein Gegenentwurf zu dem gezeichneten Szenario interessant gewesen. Bekanntlich kippen Trends ja regelmäßig in ihr genaues Gegenteil um, so dass die Zukunft von Facebook gar nicht mal unbedingt so gesichert ist, wie es momentan aussieht. Ich denke da an Projekte wie Diaspora, die in Zukunft vielleicht sehr relevant sein werden.
Aber der Tenor stimmt absolut: Die Anonymität im Netz schwindet, die digitale Welt und die Kohlenstoff Welt verschmelzen zusehends.

Kommentar von Peter von Aspern, geschrieben am 29.11.2010.

Weiterhin mein Lieblingsformat. Auch der HTML-Videoplayer hat bei mir zum ersten mal (etwa bis zu dem Interview mit Peter Kruse) funktioniert.

Ich glaube allerdings nicht das Google diesen Dienst lange betreiben würde, da er die Erzeugung von öffentlich verfügbaren Inhalten, die auf zu spüren ja teilweise ihr Geschäftsmodell ist, eher entgegen wirken würde.

Dennoch würden es andere bestimmt tun.

Euer Captcha ist ziemlich schlimm. es gibt keinen reload-button, wenn man das aktuelle Captcha nicht entziffern kann. Musste die Nachricht zweimal schreiben

Kommentar von Alex, geschrieben am 29.11.2010.

Ich muss auf dieser Domain Opera als Firefox maskieren, damit ich nicht mehr die Meldung bekomme, dass er das Videoformat nicht können soll, danach funktioniert es prima.

{if($.browser.opera) ist ganz schlechter Stil.

Bitte ziehen Sie der nächsten Auswertung der Server Logfiles mindestens einen User (mich) von der Anzahl der Besucher ab, die Firefox verwenden.

... und bitte entfernen sie den Browser Sniffer. Danke im Voraus.

Kommentar von QuHno, geschrieben am 29.11.2010.

How about that: "2018 veröffentlicht „Werauchimmer“ eine Software namens „AnonyMe.“ Die Software integriert verschiedenste Techniken. So wird z.B. die IP Adresse unkenntlich gemacht (Hide my Ass etc.) oder auch Textbeiträge minimal so verändert, dass sie nicht mehr auf eine Person zurückgeführt werden können. 2019 erweitert „Wersonstnoch“ diesen Ansatz um die Möglichkeit, Textbeiträge klingen zu lassen, als seien sie von bestimmten anderen Personen geschrieben. Es gibt verschiedenste Ansätze aus der Politik, diese Software zu verbieten, da sie z.B. als wirtschaftsschädigend gesehen wird. 2030 ist aber endgültig klar, dass dies nicht durchsetzbar ist.

Einträge im Netz, soviel ist klar geworden in der Debatte, können nie mehr zwangsläufig auf reale Personen zurückgeführt werden. Sie rückführbar zu machen, ist wieder zu einer bewussten Entscheidung geworden zu einer Geste (wenn auch auf andere Weise). Menschen die ihrer Persönlichkeit nach Lust und Sinn darin finden, sich auszustellen, oder Geschäftspartner z.B. müssen Energie darauf verwenden, ihre Statements zu authentifizieren.

...
Der Beitrag ist gut gemacht. Schade, dass die Gegenthese fehlt.

Kommentar von Noel, geschrieben am 29.11.2010.

Ich fand den Beitrag super. Sowohl von der Umsetzung als auch vom Inhalt. Nur habe auch ich die Befürchtung, dass euch die guten Themen sehr schnell ausgehen könnten.

Noch was zum Inhalt: Eine Text- oder Gesichtserkennungssoftware mit 89% Genauigkeit wäre für Suchmaschinen wie Google vollkommen nutzlos. Selbst wenn die Genauigkeit bei 99% (ca. 10 mal besser!) läge, wäre sie VIEL zu gering. Warum? Weil 99% Genauigkeit bedeutet, dass 1% der durchsuchten Datensätze falsch bewertet werden. Bei 100 Millionen Datensätzen (z.B. Bildern) würde der Algorithmus zwar wahrscheinlich das eine gesuchte Bild identifizieren, aber gleichzeitig würde es auch eine Million (= 1%) "False Positives" geben! Damit wäre das Verfahren vollkommen ad absurdum geführt. Dazu kommt, dass Google wohl mehr als 100 Millionen Bilder durchsucht oder zukunftig durchsuchen wird. Von Texten im Netz ganz zu schweigen.

Gesichtserkennungs-Software gibt es längst. Da sie aber nur etwa die im Video erwähnte Trefferquote erreicht, ist sie nur bei sehr kleinen Foto-Datenbanken einsetzbar, etwa bei privaten Fotos. Software wie Picasa haben sie deshalb schon integriert, die Google-Suche nicht.

Je größer die Datenbank wird, desto genauer muss auch der Erkennungs-Algorithmus werden. Für die gigantische Zahl der Datensätze, die Google durchsucht, müsste ein solcher Algorithmus eine vielmillionenfach bessere Erkennungsrate haben. Ob die überhaupt möglich ist und wenn ja, in diesem Jahrhundert Realität werden könnte, ist zweifelhaft.

Kommentar von Maximilian Schlederer, geschrieben am 29.11.2010.

Danke für diesen interessanten Beitrag! Gute Idee und gut umgesetzt. Der Teil: "Es könnte aber auch ganz anders kommen" müsste etwas ausgeweitet werden, damit der Zuschauer sich selbst einen Weg durch die Zukunft denken kann. Ich glaube das hervorzuheben ist ganz wichtig! Vordenken lassen ist gut, selber denken ist aber besser.

Kommentar von Thomas, geschrieben am 29.11.2010.

Irgendwie zu erwarten, dass als erster Sascha Lobo sein Leben endgülltig der Öffentlichkeit schenkt.

Sehr gute Sendung, mir fehlt eine Gegenthese.

Kommentar von kralynx, geschrieben am 29.11.2010.

Erstklassiger Dummy, aber möge diese Vision niemals Wirklichkeit werden!

Grundsätzlich habe ich mit Offenheit geringe Probleme; was mich aber stört, ist, dass sie sehr leicht sehr gut missbraucht werden kann. Deswegen bin ich ein ganz untypischer 19-Jähriger, der nicht bei Facebook ist und so schnell nicht sein wird.

Bin aber eher der Ansicht, dass sich so was von selbst erledigen wird, ganz nach dem Schema: So viel Pizza essen, dass man sie nicht mehr sehen kann. Die Nachteile werden überhand nehmen und die Leute werden es sich immer öfter überlegen, ob sie dies und das wirklich von sich preisgeben. Könnte ja ungünstig ausgehen.

Wunschdenken? Wer weiß ...

Kommentar von Erik, geschrieben am 29.11.2010.

Nocheinmal kann ich sagen: uebermorgen.tv gefällt mir bislang von den verschiedenen Dummies am besten.
Die klarere Trennung beider Zukunfts-Varianten aus dem ersten Dummy hat mir persönlich aber mehr zugesagt.

Kommentar von David, geschrieben am 30.11.2010.

Der war Geil. Da hab ich nix dran auszusetzen. Html5 player full screen war kaputt, aber das kann gut an Opera gelegen haben.

Wie immer sehr denk anregend.

Kommentar von Mario Theodoridis, geschrieben am 30.11.2010.

Der graphische Stil ist perfekt - das Story-Konzept mag ich auch. Wie schon in der ersten Runde - Übermorgen.tv ist mein Favorit.

Kommentar von Philipp, geschrieben am 30.11.2010.

Der Comc-Superhelden Stil gefällt mir ganz gut. Jedoch sollte er vielleicht nicht ganz so stark im Vordergrund stehen. Die Konzentration auf eine These gefällt mir. Dennoch liegt ÜbermorgenTV für mich persönlich hinter Hyperland.

Kommentar von Jazzbob, geschrieben am 30.11.2010.

sehr guter Beitrag, gefällt mir sehr gut. Weiter so.

Kommentar von Bulio, geschrieben am 30.11.2010.

Optisch und inhaltlich wieder sehr schön aber ich finde, ein Teil des Reizes geht verloren, wenn man nur noch ein mögliches Übermorgen darstellt.

Kommentar von hgtr, geschrieben am 30.11.2010.

@hgtr Das ist ein interessanter Aspekt. Hier könnte man mal die Überlegenheit des Web nutzen, mehrere Zukunftsvarianten anzubieten, die geklickt werden können. Was wäre, wenn...? Welche Korrelationen finden statt, welche sind ausgeschlossen..? Wie man das allerdings auf der klassischen Glotze darstellen soll, weiss ich noch nicht. Vielleicht mit der Zuschauerfrage als Clliffhanger, wie es weitergehen soll. Hängt sicher davon ab, wie schnell ihr neue Clips produzieren könnt. Schönes Thema wäre beispielsweise, welche Folgen der JMStV haben könnte. Wenn man ledie einzelnen Punkte betrachtet, gibt's genug kuriose Varianten.

Kommentar von Wolf, geschrieben am 30.11.2010.

Stil und Machart gefallen mir gut aber inhaltlich habe ich zu nörgeln:

Die Gegenüberstellung von entweder gegen Streetview sein, oder jedwede Privatheit vollständig aufgeben zu müssen, erscheint mir zu verkürzt und alternativlos.

Ich lebe einen Teil meines Lebens sehr öffentlich im Internet und möchte dort identifizierbar sein. Ich will Streetview und ein Recht auf Öffentlichkeit.
Mir ist aber auch sehr an einem Recht auf und der realen Möglichkeit an einer Privatsphäre gelegen.

Ich bin medienkompetent genug um einen Teil meiner Aktivitäten im Netz anonym zu halten und ein großer Teil meines Lebens findet überhaupt gar nicht im Netz statt, staatlicher Überwachung entgehe ich damit aber nicht!

Obwohl ich also Google Fanboy bin und sehr bewußt einen Teil meines Lebens preis gebe, gehe ich auch zu jeder Freiheit statt Angst Demo, bin gegen die Vorratsdatenspeicherung und Telekommunikationsüberwachung, Kameraüberwachung im öffentlichen Raum, etc...

Solche Zwichenpositionen werden sicher von den Meisten vertreten. Privatheit wird sich sicher neu definieren, Sie wird aber ganz sicher nicht abgeschafft.

Kommentar von Jörg Reinhardt, geschrieben am 1.12.2010.

Lieber Jörg Reinhardt, reden wir wirklich über den gleichen Film? Streetview wird in obigem Video nämlich noch nicht einmal erwähnt.

Kommentar von Mario Sixtus, geschrieben am 1.12.2010.

habe Ihn mir gerade noch mal angesehen (war eine Weile her) In der Tat wird Streetview nicht erwähnt, aber:

1. Google kauft den Textvergleich
2. Google kauft die Gesichtererkennung
3. Google zieht die Daten in der Suche zusammen
4. Google bewirkt damit allein und eigenhändig eine vollkommene Veränderung der Gesellschaft.

Das ist der Plot und Google ist hier schon irgendwie das Feindbild.

Den Gedanken "Ob es wirklich authentisch, oder nur gekonnt inszeniert ist, was die Limpits in's Netz senden..." hätte ich gerne weiter verfolgt gesehen, darin sehe ich nämlich die Zukunft.
Privatsphäre wird nach wie vor wichtig sein und es wird eben so wichtig sein ein öffentliches Selbst zu inszenieren und zu kultivieren.
Nach hunderten von vermeinlichen Skandalen und Outings wird dann die Öffentlichkeit das Interesse an bestimmten Aspekten des Privatlebens Anderer verlieren, weil man eh nie so genau weiß, ob vermeintliche Skandale echt sind, oder nicht und es schlichtweg langweilig wird. False Positives setzen, wird dann zum neuen Volkssport der zivil Ungehorsamen werden, wird bestimmt lustig.

Der Gedanke der staatlichen Überwachung aus der man nicht opt-out'en kann, weil man wohnen, zahlen, arbeiten, versichert sein... MUSS, scheint mir völlig unterrepräsentiert.

Kommentar von Jörg Reinhardt, geschrieben am 1.12.2010.

Ich lese schon eine Weile mit und habe auch am Anfang einen Kommentar abgegeben. Mir stellt sich nun die Frage: Geht es hier um den Inhalt, die mediale Umsetzung oder gar beides?

Mich interessiert selbstverständlich beides, aber bei "Laborversionen" ist der Inhalt sicher an zweiter Stelle anzusetzen. Wenn hier überwiegend über die Umsetzung weiter diskutiert wird, dann bleibe ich dabei und freue mich auf das Ausprobieren neuer kreativer Formate! Inhaltliche oder redaktionelle Diskussionen finde ich aber - andere sehen das sicher anders - hier fehl am Platz.

Ich lese noch ein paar Tage weiter...

Kommentar von Thomas, geschrieben am 1.12.2010.

Noch ein Wort zur Rechtfertigung

Eigentlich finde ich es peinlich ausgerechnet die Datenkrake Google verteidigen zu müssen, es gibt viele Bereiche meines Lebens Die ich Denen nicht anvertrauen möchte und werde.

Als emsiger Nutzer von Diensten, Twitter, Facebook, etc... und Android Besitzer gerate ich aber in meinem nicht sehr Internet affinen Umfeld zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.

Ich habe in Diskussionen nur die Wahl entweder als ein Sascha Lobo dazustehen, oder das Internet hassen zu müssen... Beides nicht sehr verlockend! Beiträge wie Dieser hier tragen dazu bei.

Die selben Leute nutzen dann aber emsig Payback Karten, Sammeln Treuepunkte und haben nicht den leisesten Schimmer, auf welch vielfältige Art und Weise Sie von staatlicher Seite überwacht werden.

Differenzierung könnte der ganzen Debatte nicht schaden.

Kommentar von Jörg Reinhardt, geschrieben am 1.12.2010.

Herr Tharben nach Genuss dieser Folge zu Frau Tharben wörtlich: "Der Sixtus, du, der macht schon was. Sehr schön." Hilft evtl. nicht viel, ist aber immerhin eine authentische Reaktion.

Sagt die sympathische Off-Sprecherin bei 4'27 "fasilniert" statt "fasziniert"? Süß! smile

Kommentar von Tharben, geschrieben am 2.12.2010.

Nach dem sehr gelungenen Beitrag musste ich sofort an die Seite touchgraph denken. Dort werden Beziehungen zwischen verschiedenen Websites auf sehr interessante Art dargestellt.

Kommentar von Warnmarkierung, geschrieben am 2.12.2010.

stilistisch:
sehr gelungen, ich mag den comic motion style. aber ich vermisse ein bisschen die gefunden vintage video samples. koennte man entweder mehr im hintergrund einbringen oder evtl scratch und noise texturen ueber die comic motion strips legen?

die gestellten szenen/bzw fiktiven kuenstler/entwickler bitte auch so outen..so nach dem motto "proto-entwickler von 2015" ...so das alle klar wissen das es die jenigen nicht gibt.

inhalt:
Genail!! echt super danke. cooler beitrag. und gleichmaessig philosophisch und realistisch. manch einer wuerde sagen es war ein bisschen uebertrieben dystopisch aber ich glaube es war ganz treffend.

ich arbeite an ein paar projekten die wohl mit fuere eure vision von uebermorgen verantwortlich waeren wuerden (werden koennten?..)

danke vielmals. genial.

Kommentar von Pat, geschrieben am 6.12.2010.

Sorry, aber der Beitrag kommt rüber, als würde sich eine Gruppe ehemaliger 69-Revolutionsbefürworter über das Aufgedecktwerden ihrer perversen Geheimnisse aufregen. Wer Geheimnisse will, soll sie haben dürfen, aber bitte lasst doch die Menschen gläsern sein, wenn es ihnen GEFÄLLT und glücklich macht, Gläsern zu sein. Gerade das Gläserne führt zu vielen QUERDENKANSÄTZEN. Daher halte ich ihr dargestelltes Resultat der Entwicklung für grundlegend falsch.

Kommentar von Nathanael, geschrieben am 7.12.2010.

Mir gefällt die Folge. Als ich las, dass es diesmal keine getrennten Visionen geben würde, war ich ein klein wenig entäuscht, aber gerade bei dem Thema bietet es sich an, nur eine Vision zu zeigen. Ich finde das Konzept von zwei Zukünften aber nicht schlecht, vielleicht kann man das ja je nach Thema varieren.

Was mir aufgefallen ist: Bei den Worten "Ein Jahr später kauft Google …" ist noch immer 2012 eingeblendet.

Kommentar von Joël, geschrieben am 13.12.2010.

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