40: Biz Stone über Twitter und soziale Alchemie

Twittern ist eine Art Turbo-Bloggen: 140 Zeichen persönlicher Zustandsbericht müssen reichen. Diese kurzen Zeichenketten zirkulieren durch das Web, SMS, Instant Messenger oder etliche andere Kanäle. Kein Wunder eigentlich, dass auch die Kritiker den Turbo einschalten. Wer Blogs bereits für belanglos hält, muss in Twitter die Quadratur der Trivialität sehen.

Mitgründer Biz Stone stören solche Nörgeleien wenig. Für ihn ist Twitter ein Werkzeug der “sozialen Alchemie”: “Aus all diesen scheinbar belanglosen Nachrichten kann etwas sehr wertvolles entstehen.”

Zum Thema im Handelsblatt: Netzgeplauder

Vollständiges Transskript des Interviews

Links: Twitter, Biz Stone (Blog), Clive Thompson in “Wired” über Twitter (ausgesprochen lesenswert!)

Speziellen Dank an die Organisatoren der Picnic07!

8. October 2007 | Link | Versenden | Einbetten |
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Dann würde mich allerdings schon interessieren, was das “Wertvolle” ist, dass durch twittern entsteht. Provokativ gefragt: Ist das nicht einfach nur eine Plattform für Selbstdarsteller und Wichtigtuer? Fast-Food-Entertainment mit Big Brother Charme? Man darf mich gern vom Gegenteil überzeugen….

Kommentar von Inwit, geschrieben am 11.10.2007.

Zynischerweise könnte man die Frage des Vorkommentators so beantworten: etwas so wertvolles, dass almighty google, yahoo, Murdoch oder Holtzbrinck ein paar Millionen Euro dafür locker machen, um das Ding in ihr Portfolio zu stecken, sobald eine gewisse Flughöhe erreicht ist.

Aber soweit ich das (auch dank der Einlassungen von Siggi) verstanden habe, geht es bei Twitter ja nicht um Selbstdarstellung und Ego-Show. Um was stattdessen, ist mir zwar auch noch nicht so klar, aber ich hoffe immer noch, dass ichs in diesem Leben noch verstehen werde.

Kommentar von mark793, geschrieben am 12.10.2007.

Wenn man das mal verfolgt, dann ist da recht wenig Selbstdarstellung. Oder ist “kaffeeee” schon Selbstdarstellung? Nö. Meine Vermutung nach einer Woche Selbstexperiment: Nähe. Hat sich mir auch erst nach der Übersetzung des Cory Doctorow Interviews (vielleicht heute aben hier) erschlossen. Ein virtuelles Nähe-Surrogat. Globale Kuschelcke mit den ewig gleichen säugetierischen Gruppen- und Hierarchibildugnen wie sie auch aus dem Meatspace seit Jahrtausenden bekannt sind. Scoble hat halt 6000 Followers, Siggi 8. In beiden Fällen wird das Idividuum irgendwie unwichtig und zu einem Signifikat.

Es ist ja nicht nur Twitter. Das auch die MeToo´s ihre Kanäle füllen können, bedeutet das es da ein globales, weil humanes Bedürfnis für sowas gibt. Irgendwie wird in dieser kambrischen Phase des Internet die Maslow-Pyramide abgearbeitet. Jetzt sind wir halt erstmal ganz unten: Nähe, haben wollen, kuscheln. Oben sind halt nie die Masenmärkte.

Kommentar von siggi, geschrieben am 15.10.2007.

Mir ist Twitter weiterhin suspekt, aber ich denke dennoch, dass da etwas dran sein kann. Aus geschäftlicher Sicht habe ich jedoch so meine Zweifel, inwiefern man “das Zwitschern” sinnvoll monetarisieren kann. Und wo wir gerade bei Monetarisierung sind, soll bei dem dieser Folge vorgeschlateten Werbeclip kein Ton zu hören sein?

Kommentar von CBS, geschrieben am 15.10.2007.

Die ewige Fragerei nach der “Monetarisierung” klingt natürlich verdammt erwachsen und vernünftig. An der Stelle empfehle ich dann aber immer DIE Präsentation von Guy Kawasaki zum Thema, der erwachsener und erfolgreicher ist, als wir alle zusammen. Oder der Hinweis auf Peter Thiel, der schon frühzeitig in sonen Quatsch wie Facebook investiert hat. Hamm die se nicht mehr alle? Das wäre eine andere Art, die kohlefixierte Tunnelrealität zu befriedigen.

Der andere Blick wäre der eines evolutionären Chronisten, der Spuren einer Entwicklung in diesem globalen Schrotschiessen auszumachen versucht. Aber der Job ist schon an mich vergeben ;-)

Kommentar von siggi, geschrieben am 15.10.2007.

OK, das mag man jetzt als Kleinkariertheit deuten, aber:
Auch hier wird in der Übersetzung “Sinn gemacht”, so wie das Kleinkind, das in die Windeln macht. Ob das Sinn ergibt?

Kommentar von Andi, geschrieben am 17.10.2007.

sehr interessant

Kommentar von Aleks, geschrieben am 19.5.2008.

Hallo Mario,
das Thema Twitter kann ich immer noch nicht richtig einordnen. Feeds hier und da, Twitter, SNs usw. Natürlich muss man mit den vielfältigen Informationskanälen bewusst umzugehen lernen, aber diese Informationsüberflutung-/ überreizung ist schon eine große Herausforderung.

PS: Heute habe ich erst dieses Blog entdeckt. Ein Füllhorn an Ideen und Informationen. Weiter so ...

Kommentar von NoodleGei, geschrieben am 13.10.2008.

Um Twitter ist in den USA ein ziemlicher Hype entstanden, also keine Frage, das wird auch bei uns stark ankommen. Twitter ist in seiner Grundfunktion ein Dienst, der es mir ermöglicht, laufend über meine Aktivitäten zu berichten.
Die Idee des 2006 gestarteten Twitter-Dienstes ist so etwas wie eine SMS, die alle Lesen können. Die Nutzer können Nachrichten schreiben, deren Länge auf 140 Zeichen beschränkt ist. Man kann die Twitter-Ströme bestimmter Nutzer abbonieren oder alle Kurznachrichten nach Themen durchsuchen. Für Aufsehen sorgte Twitter unter anderem, als Augenzeugen der Terrorattacken von Bombay über den Dienst live von ihren Erlebnissen berichteten.

Twitter ist nicht einfach nur ein weiterer Kanal zur Verbreitung Ihrer Nachrichten. Twitter ist ein Geben und ein Nehmen und wird damit erst so richtig interessant. Twitter ist Kanal, Rückkanal und Dialogplattform in einem. Wenn Sie die Nachrichten eines anderen Nutzer mitlesen wollen, rufen Sie dessen Profil auf und klicken dort auf “follow”. Derjenige, wird in diesem Moment eine E-Mail erhalten, dass Sie ihm “followen” (um im Twittersprech zu bleiben). Das bedeutet nicht, dass er Ihnen nun auch automatisch folgt. Das muss er selbst entscheiden, sie also “refollowen”. Er weiß aber zumindest, dass es Sie nun gibt. Und wird sich ihr Profil anschauen. Dort entscheidet er auf der Basis der dort angezeigten Informationen, also Ihren bisher abgesetzten Nachrichten und Profildaten, ob ihn das interessieren könnte. Und ob er Sie nun followt. Falls ja, wie gesagt, werden Sie über diesen neuen Follower per E-Mail informiert.

Es gibt auch immer mehr Twittergruppen auf deutsch-z.B. auf Facebook,Ning,My Space u.s.w..

Für Interessenten,die Twitter noch nicht kennen-wir bieten einen deutschen Twitter-Report an.

Kommentar von Michael Volkmann, geschrieben am 25.3.2009.

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