18: Marissa Mayer über Google

Über Google zu sprechen, ohne Superlative fallen zu lassen, ist wahrscheinlich nahezu unmöglich, also versuchen wir es gar nicht erst: Google ist das wahrscheinlich unwahrscheinlichste Unternehmen der äußeren Galaxis.

“Sei nicht böse”, lautet das Motto des Unternehmens aus Mountain View, das nach eigenen Angaben nichts geringeres vorhat, als das Wissen der Welt zugänglich zu machen.

Die enorme Marktmacht und der unstillbare Datenhunger des Imperiums mit dem Bällchen-Logo hat bei vielen Zeitgenossen jedoch auch alle Alarmglocken zum Klingeln gebracht. Mit all den Web-Diensten, die Google quasi im Wochentakt ins Netz schüttet, könnten hochdifferenzierte Nutzer-Profile angelegt werden, für die Marketing-Unternehmen und Geheimdienstler jederzeit ihr Mittagesses kalt werden ließen—so die Befürchtung.

Marissa Mayer, Vizepräsidentin von Google und zuständig für “Search Products & User Experience” äußert sich im Interview eindeutig: “Wir führen keine Daten aus verschiedenen Diensten zusammen.” Im Gespräch geht es außerdem um die Abhängigkeit Googles von Werbe-Etats Dritter, um Youtube und um künstliche Intelligenz.

Mehr zum Thema im Handelsblatt.

Vollständiger Wortlaut des Interviews

5. February 2007 | Link | Versenden | Einbetten |
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Kommentare:

Sehr interessant!

Den Satz von Marissa fand ich etwas überraschend:
“We don’t cross-correlate information across services, and that’s governed by our privacy policy.”

Kommentar von Philipp Lenssen, geschrieben am 5.2.2007.

Ja, eindeutiger kann man es kaum ausdrücken.

Kommentar von Mario Sixtus, geschrieben am 5.2.2007.

Hm,

sehr coole Idee mal bei der Google Seite nachzuschauen, nachdem echt alle davon sprachen.
Auf jeden Fall hat sie es geschafft, sollte ich das hier an der Stelle als G-Mail User erwähnen dürfen, jegliche Restsympathie gegenüber Google bei mir zu entfernen.

Kommentar von Alex Koenig, geschrieben am 5.2.2007.

Miss Mayer erinnert mich exakt an diejenigen Leute wie sie vor rund zwanzig Jahren Microsoft rausgeschickt hatte. Sehr taffe und smarte Marketing-Leute mit technischem Hintergrund. Evangelisten. Die zweite Generation im Unternehen.

Kommentar von Cem Basman, geschrieben am 6.2.2007.

Zum Interview: Schön weitergebohrt! wink

Wenn man so eine wirtschaftliche und technologische Super-Macht wie Google ist, dann braucht man sich nicht mehr zu rechtfertigen und kann den Leuten die Story vom Pferd erzählen.
Ich habe nur Befürchtung davor, Firmen wie Micosoft und Google könnten eine wirklich intensive Zusammenarbeit beginnen, das wäre meiner Meinung nach brisanter wie nukleare Sprengköpfe.

Kommentar von plasmaoxyd, geschrieben am 6.2.2007.

Ja, wirklich überaschend, dass zwischen den verschiedenen Diensten keine Daten ausgetauscht werden. Was aber der Falls sein dürfte ist, dass Goolge mit dem Google-Account einen Sehr guten Überblick hat, wer welche Dienste nutzt.

Kommentar von Andreas Gerads, geschrieben am 6.2.2007.

“Den Satz von Marissa fand ich etwas überraschend:
“We don’t cross-correlate information across services, and that’s governed by our privacy policy.””

Naja. Vielleicht legt Frau Mayer auch einfach eine andere Definition von “service” zugrunde: Wer sich mit seinem Google-Account einloggt, erst Emails checkt, dann etwas im Web sucht und noch ein bißchen durch Orkut stöbert, nutzt ihrer Ansicht nach möglicherweise nur einen “service”.

Und auch jenseits der gegenwärtig tatsächlich praktizierten Handhabung der Daten ist es m. E. schon beunruhigend, daß diese Daten zunächst gut erschließbar gespeichert werden und in Zukunft ohne weiteres auch “across services” abgefragt und kombiniert werden können.

Kommentar von niels | zeineku.de, geschrieben am 6.2.2007.

Vielleicht kommt ja endlich mal jemand auf die Idee den neuen blonden coolen Bond auf Google loszujagen. Wäre doch ein grossartiger Gegner wink

Kommentar von as, geschrieben am 6.2.2007.

Sehr gutes Interview!!
Endlich noch mal etwas kritisches.

Kommentar von lars, geschrieben am 7.2.2007.

Explizit aus Googles Datenschutzerklärung: “Wir können die Daten, die Sie unter Ihrem Account angeben, mit Daten von anderen Google-Services oder anderen Unternehmen kombinieren, um unser Angebot für Sie und die Qualität unserer Services zu verbessern. Für bestimmte Dienste geben wir Ihnen die Möglichkeit, diese Kombination von Daten abzulehnen.”
M. Mayer:“We don´t cross correlate information across services and that´s governed by our privacy policy.”

Kommentar von Siggi, geschrieben am 7.2.2007.

Aalglatt die Blondine: Da prallt wirklich jede Kritik ab und wird mit Marketing Buzzword Bingo beantwortet. Natürlich auch immer schön political correct.

Gruselig!

Kommentar von mac, geschrieben am 7.2.2007.

Im Kontext erwähnenswert sind zwei Filme, eine Bachelorarbeit:
http://www.masterplanthemovie.com/ und schon fast ein Klassiker: http://www.youtube.com/watch?v=rAzZVgzjbr8

Kommentar von Tim, geschrieben am 11.2.2007.

Ach, ich hör ihr ganz gern zu, auch unter http://edcorner.stanford.edu/authorMaterialInfo.html?mid=1525

Kommentar von martin, geschrieben am 12.2.2007.

ich liebe diese Frau!

Man sieht einfach, die ist wirklich aalglatt. Google ist doch für alle eine Gelddruckmaschine. Die verdienen sich dumm und dusselig mit ihrer Werbung, aber zu Recht. Ich bezahle jeden Cent gerne an Google, damit die mich schön oben bei der Werbung halten. Google bringt mir eine Menge Kunden, die ich sonst nicht erreichen könnte und nie erreicht hätte. Ohne Google hätte ich mein Geschäftsmodell nie durchsetzen können.

Es gibt aus meiner Sicht kein anderes Medium, das so günstig so gezielt Kunden ansprechen kann.

Und dass Google in Deutschland fast 90% Marktanteil hat, ist für uns werbetreibenden auch nur gut. So bekomme ich die geballte Ladung über einen Weg.

Dafür darf diese nette Blondine auch gerne aalglatt sein. Möge Google wachsen und gedeihen. Ich lebe gerne von und mit Google.

Es gibt aus meiner Sicht übrigens keine intelligentere und fairer Werbepartner als Google Adsense. Hier kann man mit Nichts-tun Geld verdienen (siehe z.B. [URL gelöscht]* ) Hier läuft das Geld täglich von alleine ein.

Ich liebe Google! mal sehen wie lange noch;-)

Grüße
Jens Gause

*(Anm. des Hausmeisters: Bitte keine SEO-Spielchen hier)

Kommentar von Jens, geschrieben am 14.2.2007.

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