10: Dan Gillmor über den Wandel der Medien

“Meine Leser wissen immmer mehr als ich”, sagt Journalist und Autor Dan Gillmor. Konsequenterweise veröffentlichte er sein Buch “We the Media” zunächst etappenweise in seinem Blog und nutzte so seine Leserschaft als Lektorat.

Gillmors Kernthese lautet: In einer Welt, in der jeder, der will, publizieren kann, muss sich Journalismus vom Vortragsmodell lösen und zu einem Gespräch werden. Medienmacher müssen auf die Stimme ihres vormals stummen Publikums hören und sie in den journalistischen Prozess integrieren.

“Es wird ein andauernder und langwieriger Lernprozess”, prophezeit Gillmor im Interview. 

Links: Dan Gillmor, We the Media, Center for Citizen Media

23. November 2006 | Link | Versenden | Einbetten |
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Kommentare:

Vielen Dank für die konstant guten Folgen. Immer interessante Themen und klasse Umsetzung.

Das einzige was stört, ist dass die Fragen in den Interviews nur als Schrift eingeblendet und nicht gesprochen werden. So muss man ständig aufs Bild sehen und wenn man doch mal was nebenher macht immer wieder zurückspulen. Mal ganz abgesehen von Barrierefreiheit.

Kommentar von _tom_, geschrieben am 24.11.2006.

Der Graswurzeljournalismus kann uns eine Sache besonders gut lehren, MEDIENKOMPETENZ.
Kann ich immer alles glauben was ich lese, höre, sehe?

Die derzeitige Entwicklung erweitert unsere Medienlandschaft, ersetzen wird sie nichts. Besonders nicht Berufe wie den des Journalisten.

Außerdem finde ich es sehr kritisch auf die Stimme des Publikums zu hören. Das schreit nach Quote, sprich sieht aus wie privater Rundfunk und den wolle wir doch nicht wirklich inhaltlich ins Internet übertragen, oder?

Wie gesagt es erweitert sich, gute Ideen fließen mit ein, aber bitte kritisch und vorsichtig bleiben.

Kommentar von Alexander Kramer, geschrieben am 24.11.2006.

Das Schöne am Netz ist doch, dass man zumindest bei uns (fast) alles kann, aber nichts muss. Dementsprechend sehe ich die Gefahr des privaten Internezrundfunks und der Quote nicht sooo dramatisch. Natürlich wird es dazu kommen, bzw. ist es schon lange (siehe die unsägliche Prominenz der Rubrik PANORAMA bei Spiegel-Online) - aber warum soll einen das sehr stören? Das Internet ist groß genug, um sowohl das Äquivalent der “Bunten” wie auch der “Monde diplomatique” zu beinhalten.

Dass der Beruf des Journalisten nicht überflüssig wird, sehe ich ähnlich, es wird immer ein Bedürfnis nach Filterung im allgemeinen Rauschen geben. Die meisten Journalisten werden halt in 10-15 Jahren ganz anders arbeiten als heute, aber gebraucht werden sie dennoch.

Kommentar von Martin S., geschrieben am 24.11.2006.

Niemals werden Journalisten überflüssig. Lediglich wird ihnen in den kommenden jahren die wirtschaftliche Grundlage entzogen dadurch, dass klassische Medien längst die Meinungshoheit verloren haben und Online-Medien längst wieder drei Schritte weiter sind, so dass die Werbeerlöse eher bei Google und Affiliate-Netzwerken anfallen dürften als bei journalistischen Websites.

Kommentar von Schlumpfine, geschrieben am 26.11.2006.

Jetzt muss ich doch auch mal.
“Medienkompetenz” ist ja ganz schön, aber unter den herrschenden Bedingungen auf diesem Planeten bloss ein Wetwarehack im Aufmerksmakeitskrieg. Journalismus ebenso. Worauf es wirklich ankommt, und der aufmerksmae Zuschauer hat es wohl auch ab 5:08 bemerkt: Technische Lösungen sowohl für das Aufmerksmakeitsproblem, das im Moment noch nullsummenartig entschieden wird als auch für das alte Problem der Relevanz. Und wenn Google schon als internes Ziel für 2006 vorgegeben hat Top AI-Lab auf Terra zu werden, kann man sich leicht denken das die anderen (who?) auch schon am Start sind.
Und wenn Herr Gillmore als informierter Fachreporter von technischen Lösungen munkelt, dann… dann… tja was? Medienkompetenz in der Sekundarstufe 1? ;-)

Kommentar von Siggi, geschrieben am 26.11.2006.

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