Digitaler Aktivismus: aus dem Netz auf die Straße

Download: H.264 / MP4       -       Nur der Ton: MP3

Das Internet wird zum Raum für politschen Protest: Ob Scientology-Sekte oder die FARC-Rebellen in Kolumbien - schon manch eine mächtige Organisation hat die Wucht von Online-Aktivisten zu spüren bekommen. Aber wie funktioniert politisches Engagement in Digitalien und wie wirkungsvoll ist es?


Das Netz bietet für den politisch aktiven Menschen eine Fülle von Kommunikations- und Aktionsmöglichkeiten. Dabei braucht es weder eine Führungsspitze noch Mitgliederlisten, wie das Beispiel der Gruppe “Anonymous” und ihr Kampf gegen die Scientology-Sekte zeigt. Protest im Web entsteht spontan, ist scheinbar chaotisch - und kann dennoch wirkungsvoll sein.


Fest steht: Die digitalen Medien verändern das politische Leben. Politik wird entkoppelt von den Institutionen und kehrt zurück in den Alltag der Bürger. Und wenn dort ausreichend Wut über die herrschenden Umstände vorhanden ist, müssen die Mächtigen mit Attacken aus völlig unerwarteten Richtungen rechnen.


Im Kontext: Vollständiges Interview mit Patrick Meier


Mitwirkende: Patrick Meier, Richard Rogers, Henri Beunders, Andreas Jungherr, Christoph Bautz; Autoren: Mario Sixtus, Julius Endert; Kamera: Iris Jungels, Stephan Fritsch, Katja Gramke; Schnitt: Andreas Simon, Stefan Jähner; Sprecher: Petra Bröcker, Torsten Altenhöner; Zeichnungen: Johannes “Beetlebum” Kretzschmar; Studio-Konstruktion: Axel Ganz; Titelmusik: Mario Sixtus; Musik: Matthew Tyas, Subatomicglue, Cyril Pereira, Xcyril, Lego; Bildmaterial: Internet Archive, Prelinger Archive; Redaktion ZDF: Bernhard Fritsch, Peter Wagner; Produktion: Blinkenlichten Produktionen im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit Handelsblatt.com; (c) 2009 ZDF, (cc) by-nc-sa

23.01.2009 | Link/Einbetten | Kommentare [15] | Versenden | Bookmark:      

Verlinken:

Einbetten: 640x360 | 480x270 | 320x180

(Schließen)

Kommentare:

Mal wieder ein sehr guter Beitrag! Vielen Dank.
Einer These kann ich allerdings nicht zustimmen: das wirkliche Veränderungen immer mit Physischer Präsens (vor dem Parlament) einhergehen.
Denn alleine mit tausenden Telefonanrufen kann man schon einiges bewirken (siehe auch: Internet Campaigning on the Telecom Package zB. hier: http://www.vimeo.com/clip:2785878 ).

Aber ein sehr spannendes Thema !!

Kommentar von lars von lerex, geschrieben am 23.1.2009.

Sehr gut analyisiert.

Nur hättest Du noch hinschreiben können, dass das Internet der Raum für Gegenöffentlichkeit und Gegenorganisation ist.

Auch die deutsche Medienlandschaft hat ihre manipulatorische Schlagseite - Stichwort "Neoliberalismus" . Das ist eine neuere Herrschaftsideologie/-religion.

Für den Widerstand gegen diese Religion ist das freie Internet die moderne Organisationsbasis. Das schafft mit Sicherheit keine finanzielle Waffengleichheit her, ist aber ein tragfähiges Fundament, Widerstand zu organisieren.

Gruß aus Frankfurt,
Bernhard

Kommentar von Bernhard Schülke, geschrieben am 23.1.2009.

Guten Abend,

guter Beitrag nach viel zu langer Pause.

Noch so eine Sache im Internet ist alle sind per Du, wie ich das hasse. Man kennt sich nicht persöhnlich und schon gar nicht physikalisch aber du sagen geht.
Ja das bezieht sich auf meinen Vorgänger aus Frankfurt.

Ich finde die Thesen richtig, das Internet wird als Organisationsplattform genutzt und Veränderung muss physikalisch "verursacht" werden. Wenn wieder auf den Neoliberalismus geschimpft wird dann weiß man nicht was das Wort bedeutet!!

Kommentar von Phil, geschrieben am 23.1.2009.

Da hat man DSL X Tausend und trotzdem kann man meist keine Videos in einem Druchgang abspielen :-(

Hier fehlt ganz klar ein Ladebalken, wo man sieht, wie weit der Puffer schon gefüllt ist.

Kommentar von Ladeballken, geschrieben am 23.1.2009.

Der Ladebalken erscheint, wenn man mit der Maus über das Video fährt. Momentan hat der Videoserver allerdings in der Tat ein wenig zu kämpfen.

Kommentar von Mario Sixtus, geschrieben am 23.1.2009.

Hallo ER,
vielen Dank für den Beitrag!

Natürlich können wir nicht anders, als auch hier unsere Kampagne zu bewerben - es sei uns bitte verziehen wink

http://www.whyweprotest.net
http://www.diekartegefunden.com

-Anonymous

Kommentar von Anonymous, geschrieben am 24.1.2009.

"Noch so eine Sache im Internet ist alle sind per Du, wie ich das hasse. Man kennt sich nicht persöhnlich und schon gar nicht physikalisch aber du sagen geht."
Dazu möchte ich zwei Dinge sagen:
1. Das Internet spricht Englisch, das es dort keine Unterscheidung zwischen Anreden gibt schwappt auch ins deutsche rüber.
2. Das Internet ist jung und junge Leute legen, im Gegensatz zu ihnen, keinen Wert darauf durch einen nichtssagenden Titel gewertschätzt zu werden.
Anders gesagt: Im Internet sind alle gleich und es kommt auf Taten und nicht auf Anreden an.

Kommentar von schall und rauch, geschrieben am 24.1.2009.

Ich möchte noch ergänzen: Vielen Dank an die Uni Siegen und das Projekt „Protest- und Medienkulturen im Umbruch". Auf der Konferenz “Social Web - Towards Networked Protest Politics” durften wir drehen und Interviews führen.
Hier ein Bericht zur Veranstaltung: http://tinyurl.com/6foubt
Und hier gibt es weitere Links und Infos zum Thema:
http://www.protest-cultures.uni-siegen.de/

Kommentar von Julius, geschrieben am 24.1.2009.

Habe mir bisher keinerlei Gedanken dazu gemacht, was die physische Anwesenheit für einen großen Unterschied macht. Danke für den tollen Beitrag

Kommentar von Florian, geschrieben am 24.1.2009.

"2. Das Internet ist jung und junge Leute legen, im Gegensatz zu ihnen, keinen Wert darauf durch einen nichtssagenden Titel gewertschätzt zu werden.
Anders gesagt: Im Internet sind alle gleich und es kommt auf Taten und nicht auf Anreden an."


Also erst mal ich bin16 Jahre alt xD

Durch solche Aussagen wird das Internet nie ernst genommen! Auch in richtigen Disskusionen kommt es auf Inhalte (Taten gibt es im I-Net nicht) an und nicht auf die Anreden an, dennoch wird es aus Höflichkeit einfach gemacht! Ich finde es gehört einfach dazu das man sich nur unter Freunden Du-zt evtl. ist meine Einstellung altmodisch weil sie hauptsächlich ältere Menschen (Helmut Schmidt) teilen aber das ist mir egal.
Ich muss Ihnen auch ganz ehrlich sagen es wirkt ein wenig ungebildet (ich gehe nur auf die Realschule^^) will ich nicht sagen aber es gehört einfach zu einer gewissen ernsthaftigkeit in einer Disskusion dazu!

Mit dem Alter...ich habe mit 5-6 Jahren gelernt das man Fremde Leute oder Erwachsene normalerweise Sie-zt.

Kommentar von Phil, geschrieben am 24.1.2009.

"Die digitalen Medien verändern das politische Leben. Politik wird entkoppelt von den Institutionen und kehrt zurück in den Alltag der Bürger. Und wenn dort ausreichend Wut über die herrschenden Umstände vorhanden ist, müssen die Mächtigen mit Attacken aus völlig unerwarteten Richtungen rechnen". Entkopplung? Politische Institutionen können wieder leichter vom Bürger für ihr Tun verantwortlich gehalten werden, weil sich Bürger besser, schneller, globaler koordinieren können, Medienaufmerksamkeit generieren und steuern können. Das ist doch eine erfreuliche Entwicklung der vergangenen ca. 5000 Tage. Störend fand ich jedoch Idee von"Politik im Vorbeilaufen", das hängt doch eher mit "Web 2.0", die im Video zu Wort kam. Sie hängt wohl mit "Web 2.0 als Geschäftsmodell" zusammen.
Obama ist Beispiel für hochprofessionell geführten Wahlkampf und Koordination sozialer Bewegung mithilfe des Internet. Jetzt, wo er im Präsidentenamt ist, steigt Veränderungsdruck auf politische Instiutionen wie z.B. Weißes Haus, politische Institutionen müssen Bürgern mehr als zuvor Rechenschaft ablegen. Ich würde zumindest auch von Rückkopplung sprechen.

Kommentar von Tina Guenther, geschrieben am 24.1.2009.

Ein toller Beitrag über den digitalen Weltverbesserungskonsum im Internetz!

Hoffen wir, dass vieles besser und nur weniges schlechter wird was den Onlineaktivismus angeht und die Menschen sich die Generalüberwachungsphantasien des Internetz einiger weniger nicht gefallen lassen.

Auf das wir immer mehr digitale und reale Citoyens werden!

(http://de.wikipedia.org/wiki/Citoyen)

Ein Gruß und Glückwunsch an alle Interviewpartner in diesem Beitrag, die ich doch tatsächlich mal auch alle aus dem Reallife kenne! smile Endlich ist mal unsere leidliche Lebensaufgabe das Thema im elektrischen Report!

Super gemacht!!

Bitte mehr davon...

Kommentar von Ingmar Redel, geschrieben am 26.1.2009.

Sehr guter Beitrag . . . . . . und Input.

Und was das Sie" oder Du" betrifft . . . . Es geht nicht um Buchstaben - es geht um gegenseitigen Respekt.

Kommentar von Dennis, geschrieben am 31.1.2009.

>>>
Fest steht: Die digitalen Medien verändern das politische Leben. Politik wird entkoppelt von den Institutionen und kehrt zurück in den Alltag der Bürger. Und wenn dort ausreichend Wut über die herrschenden Umstände vorhanden ist, müssen die Mächtigen mit Attacken aus völlig unerwarteten Richtungen rechnen. <<<

Wow, ein toller Absatz.
Was glaubst Du was passiert, wenn ich das in dieser oder ähnlicher Form meinen Freunden oder Bekannten erzähle? Die weisen mich in die nächstgelegene Irrenanstalt ein - und das nicht etwa, weil die naiv oder politisch uninteressiert sind.

In einem seit Ihr Politikern ähnlich: Auch Ihr lebt in Eurer eigenen, wenn auch virtuellen Welt.
Kommt doch einfach mal raus. Setzt Euch z.B. in eine normale Kneipe und unterhaltet Euch dort mit den Leuten.
Ihr werdet sehen, wie gut das tut, wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit.
Aber das wäre zumindest ein Anfang, um eventuell mal einen etwas anderen Blick auf und in die Welt zu bekommen...

Kommentar von Maik, geschrieben am 13.2.2009.

Mich beschleicht immer das Gefühl das die Menschen mit Internet-Aktionen, kleinen Spenden, oder "politisch" gerichteten Blogs mehr dazu verwenden sich das Gewissen zu erleichtern in dem man sagen kann: "ich engagiere mich für was gutes"
- ich unterstelle keine Vorwands-absicht, denke aber das wirkliche veränderungen anderer Methoden bedürfen, wenn nicht sogar eine sehr hohe bis komplette Selbstaufopferung.

Menschen die freiwillig in Slums leben/arbeiten und bspw. Schulen aufbauen, Gelder sammeln und Menschenleben retten verdienen daher die wirkliche Achtung und bewirken etwas heroisches, sich in der Mittagspause hinzusetzen und per Mausklick etwas Gutes tun, tut mir leid das finde ich lächerlich.

Kommentar von Mike, geschrieben am 8.4.2009.

Commenting is not available in this weblog entry.